SCHWARZBRAUNES BERGSCHAF

      

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Standard

SBS

 

 

Bericht von Cora u. Beni Weber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Schwarzbraune Bergschaf   von Cora und Benjamin Weber-Ness

 

Das sehr schöne und elegante

schwarzbraune Bergschaf (SBS)

ist ein asaisonales, früh zuchtreifes  

und ausserordentlich

fruchtbares Schaf mit hohem

Anteil an Mehrlingsgeburten.

Die Mastlämmer sind mittelfrüh

schlachtreif und liefern

schmackhaftes und fettarmes

Fleisch.

 

 

 

                                                                                                             Schwarze Schaffamilie beim friedlichen Äsen.          Photo:  E. Ott

Herkunft, Zuchtgeschichte

 

In vielen Quellen wird das Frutigerschaf schon im 14. Jahrhundert als Ursprung der

Rasse Schwarzbraunes Bergschaf erwähnt. Pfarrer Schatzmann beschreibt es 1850 als

Schaf mit weisser Farbe. Die braune Farbe stammt wahrscheinlich aus der Einkreuzung

mit dem braunen Roux de Bagnes aus dem Wallis. In den folgenden Jahrhunderten

wurden die braunen Rassenschläge aus dem Berner Oberland mit den schwarzen

Schlägen aus dem Jura, Saanenland und dem Freiburgerland gekreuzt. Daraus entstand

das heutige Schwarzbraune Bergschaf, das erstmals in einem Rassenstandard 1925 durch

Abraham Gerber in Les Joux beschrieben und festgehalten wurde.

Seither erfolgt die züchterische Verbesserung ausschliesslich innerhalb der eigenen

Rasse, ohne Einkreuzung fremder Rassen. Dies wahrscheinlich vor allem, weil eine

Einkreuzung andersfarbiger Fleischrassen über kurz oder lang zum Verlust der reinen

schwarzen oder braunen (elben) Farbe geführt hätte.

1938 erfolgte die offizielle Anerkennung der drei Schweizer Rassen Schwarzbraunes

Bergschaf (SBS), Weisses Alpenschaf (WAS) und Braunköpfige Fleischschaf (BFS).

Das Walliser Schwarznasenschaf wurde ab 1958 und Charollais Suisse ab 1990 als offizielle CH- Rasse anerkannt.

1998 wurde die SBS-Vereinigung Schweiz gegründet und im Jahr 2005 die Rassenbeschreibung erneuert und aktualisiert.

 

 

Rassenstandard

 

Typ (Format)

Gesamterscheinung

Körper harmonisch, robust mit gutem Wuchs, ausgeprägte Geschlechtsmerkmale,

gesundes Euter, Kopf und Beine glänzend behaart (schwarz oder braun resp. elb),

unbewollt. Schwanz darf nur nach eidg. Tierschutzverordnung kupiert sein.

Zucht

Mindestmasse für ausgewachsene Tiere

Widerristhöhe               Widder 75 cm

                                     Auen 66 cm

Gewicht                        Widder 85 kg

                                     Auen 65 kg

 

Kopf und Hals

Hornlos (beide Geschlechter), mittellang, mit breitem Maul. Zahnstellung auf- oder anliegend; gerade Nasenlinie erwünscht (besonders beim Mutterschaf), Ohren mittellang und getragen; Hals bemuskelt, Schulter und Widerrist gut verbunden. Brust, Schulter und Widerrist Brust lang und breit; tief mit guter Rippenwölbung; Schulter gut anliegend; Widerrist breit und geschlossen. Rücken, Lende, Bauch und Keule Breit, fest und gut bemuskelt, gerade obere Linie; Lende breit, kräftig und gut bemuskelt, gute Flankentiefe; Bauch mittelgross mit kleinen Hungergruben; Becken mittellang, breit und wenig abgezogen; Keule regelmässig bemuskelt.

 

Fundament

Gliedmassen, Stellung und Gang Gliedmassen trocken, flach, nicht zu fein und gut gestellt; Sprunggelenke leicht gewinkelt; Fesseln mittellang, gut getragen und leicht federnd;

Klauen dunkel, hart, nicht ganz geschlossen, Gang korrekt, geräumig und beweglich.

 

Wolle

Ganzer Körper von der Ohrenlinie bis zu den Knie- und Sprunggelenken gleichmässig bewollt; Begrenzung Eutergelenk bis Ellbogengelenk, Ohren-Nackenlinie und Schwanzansatz. Vlies dicht, ausgeglichen mit festem Stapel, einheitlich schwarz oder elb

(braun). Im Alter ab 18 Monaten vereinzelt weisse Wollhaare geduldet.

Feinheit: F 2-3. Stapellänge: mind. 2.5 cm für die Punktierung.

 

 

Verbreitung

 

Schweiz

Der Anteil der SBS-Schafe am schweizerischen Schafbestand erreichte im Jahr 2004 mit 15% einen Höhepunkt. Die Anzahl Herdebuchtiere betrug 14’161 Stück. Im Jahr 2005 war die Tieranzahlwieder leicht rückläufig und lag bei 12’610 Tieren.

 Im Jahr 2005 existierten gesamtschweizerisch 60 reine SBS-Genossenschaften

und 33 gemischte Genossenschaften (d.h. Genossenschaften, die auch SBS-Züchter aufnehmen).

Seit je her ist das Schwarzbraune Bergschaf insbesondere in den Kantonen Bern, Freiburg, Solothurn und Jura verbreitet; stellen doch diese Kantone weit über die Hälfte der SBS-Genossenschaften. Andere Kantone wie Glarus, Schaffhausen, Tessin, Wallis und Zug haben keine SBS-Genossenschaft.

 

 

Übrige Länder

Deutlich zugenommen hat die Verbreitung der SBS-Schafe in Österreich, wo sie Juraschafe genannt werden. Im Jahr 2003 zählte man 51 Betriebe mit insgesamt 916 registrierten Zuchttieren.

Einzelne Zuchttiere werden in Deutschland (Bayern) und in Italien (Südtirol) gehalten.

 Im Jahr 2000 wurden SBS-Zuchtwidder nach Tunesien zur Einkreuzung in die dort heimische schwarze Thibar-Rasse exportiert. Gute Ergebnisse bei Angewöhnung der importierten

Widder an das tunesische Klima, Verbesserung der Fruchtbarkeit und der Mast- und Schlachtleistung der Kreuzungstiere weckten das Interesse an weiteren Importen aus der Schweiz.

 

 

Merkmale und Vorzüge der SBS-Rasse

 

Frühreif

  • Erstablammalter durchschnittlich 553 Tage

  • frühestens ab 11. Lebensmonat

 

Fruchtbar

  • asaisonal

  • Zwischenlammzeit durchschnittlich 330 Tage

  • 3 Ablammungen in 2 Jahren

  • Fruchtbarkeit (Lämmer/Aue/Jahr): 2,1 Lämmer

  • Leistungszeichen *: 5 Lämmer innerhalb der ersten drei

  • Lebensjahre

  • Leistungszeichen **: weitere 5 Lämmer bis zum fünften Lebensjahr

 

Ruhig, zutraulich

Der ruhige und zutrauliche Charakter wird von den Züchtern geschätzt.

 

Farbe

Es gibt die elbfarbenen (braun), die wie schon früher im Berner Oberland und in Solothurn dominieren und die schwarzen in der Westschweiz und den übrigen Kantonen.

Schwarze Schafe können im Erbgut auch das Gen für die Elbfarbe tragen, d.h. sind nicht reinerbig schwarz. Aus einer Kreuzung zweier schwarzer Schafe mit dieser Genkonstellation

können elbfarbene Lämmer hervorkommen. Elbfarbene Tiere hingegen sind auch im Erbgut immer rein elb, sodass aus zwei Elben nie ein Schwarzes entstehen kann.

 

 

Masteigenschaft, Schlachtkörperqualität

 

Die durchschnittlichen Tageszunahmen der im Rahmen der

Leistungsprüfungen gewogenen Lämmer betragen zur Zeit 408

Gramm bis zum 40. Lebenstag.

 

1989 bis 1993 wurden an der ETH Zürich 813 Lämmer

- teils aus reiner Zucht der Schweizer Rassen, teils aus

Gebrauchskreuzungen - auf Weiden oder im Stall gemästet und

die Mast- und Schlachtleistung untersucht.

 

 

Weidehaltung

Bei der Weidehaltung zeigte sich, dass die Mastdauer bis zum Erreichen des optimalen Ausmastgrades der reinrassigen SBS-Lämmer gegenüber dem Weissen Alpenschaf (WAS) und

Braunköpfigen Fleischschaf (BFS) ca. 10% länger dauert. Durch die Gebrauchskreuzung von SBS mit WAS oder Charollais konnte dieser Rückstand in etwa wieder wettgemacht werden.

In der Schlachtkörperqualität zeigte das reinrassige SBS-Lamm eine etwas geringere Fleischigkeit (d.h. tieferer Fleischanteil und höherer Knochenanteil) gegenüber dem WAS, aber vergleichbare

Resultate wie das BFS.

Kreuzungslämmer Charollais x SBS brachten eine deutliche Verbesserung der Fleischigkeit mit sich.

 

Stallmast

In der Stallmast mit freiem Kraftfutterangebot zeigte sich bei den reinrassigen Lämmern wiederum eine etwas längere Ausmastzeit der SBS gegenüber WAS und BFS.

Erstaunlicherweise verkürzte sich die Mastdauer bei den Gebrauchsskreuzungen Charollais x SBS nicht. Bei der Schlachtkörperzusammensetzung hingegen wurde bei den reinrassigen SBS-Lämmern ein deutlich tieferer Fettanteil vorgefunden. Durch Einkreuzung mit Charollais konnte die

Fleischigkeit verbessert werden.

 

Folgerung für die SBS-Zucht

Daraus ergibt sich, dass sich das Schwarzbraune Bergschaf sowohl für die Weidemast als auch für die Stallmast eignet. Die Mastdauer ist sowohl auf der Weide wie auch im Stall gegenüber

WAS und BFS etwas länger und die Fleischigkeit auf der Weide und im Stall leicht geringer.

Die frühere Erstablammung und die höhere Fruchtbarkeit machen diesen Rückstand bezüglich Lammfleischrendite aber mehr als wett.

 

 

 

Die Autoren des Artikels  Cora und Benjamin Weber-Ness bewirtschften einen Bio SBS Zucht- und Mastbetrieb im Zürcher Oberland mit überwiegend elben schafen.